Fragen an den künftigen Bürgermeister

Hier gebe ich Antworten auf Fragen, die mir oft gestellt werden. Falls Sie daraüber hinaus etwas wissen möchten, treten Sie gerne in »KONTAKT mit mir.

Ich engagiere mich seit der Geburt meiner drei Kinder als Vater von Drillingen für die Belange von Kindern und Eltern in Wildau. Über fünf Jahre war ich Kita-Ausschussvorsitzender in der Kita am Markt, zwei Jahre Gesamtelternsprecher an der Grundschule in Wildau. Im Ausschuss für Bildung und Soziales bin ich seit 2014 sachkundiger Einwohner. Seit 2019 leite ich diesen als Vorsitzender und bin Mitglied der Fraktion Bürger für Wildau / Grüne.

In der letzten Zeit ermunterten mich immer wieder Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, zu kandidieren. Zugleich habe ich die Bürgermeisterwahl 2019 interessiert verfolgt. Mein Fraktionskollege Frank Vulpius konnte dabei sehr viele Stimmen einsammeln, was mich wiederum bestärkte, meinen „Hut in den Ring“ zu werfen.

Allein, dass so viele Menschen es wohl für richtig halten, dass ich die Geschicke der Stadt führen könnte, machte mich nachdenklich. Nach langer Überlegung und vielen Gesprächen mit Freunden und mit meiner gesamten Familie denke ich, dass es ein guter und folgerichtiger Schritt ist, für Wildau und seinen Einwohnerinnen und Einwohnern Gutes zu tun. Ich werde mich besten Gewissens der Herausforderung stellen, die sicher nicht einfach wird, aber machbar. Künftig müssen wir miteinander reden, nicht übereinander.

Meines Erachtens ist es für das Amt des Bürgermeisters wichtig, die Stadtverordneten auf Notwendigkeiten hinzuweisen, Lösungsvorschläge aufzuzeigen und die Verwaltung zu führen. Kommunikation muss stattfindet, um von den Bürgerinnen und Bürgern die Belange aufzunehmen und diese im Verwaltungsgeschehen bestmöglich zu berücksichtigen. Netzwerke aufzubauen und zu „bespielen“, Moderation und Entscheidungen voranzutreiben sind genau meine Stärken.

Die Leitung der Verwaltung nach innen ist eine wesentliche Arbeit eines Hauptverwaltungsbeamten. Hier kann ich meine Kenntnisse als Projektmanager im Gesundheitsamt (QPK) im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin einbringen, sowie meine langjährigen Erfahrungen in der ALBA Group als Prokurist.

Und wie mein bisheriges soziales Engagement für die Stadt zeigt, habe ich ein großes persönliches Interesse die Themen unserer Stadt weiter zu entwickeln, ein stärkeres Miteinander zu fördern.

Meine bisherige Arbeit als Bildungsausschussvorsitzender beinhaltete vor allem die Themen rund um Schulen und Kitas, Kinder- und Jugendbeirat und die Lebenswelt der Senioren. Dieses wird mir auch weiterhin ein Anliegen sein, weil es genau die zum Teil sehr unterschiedlichen Lebenswelten abbildet, in der wir uns in Wildau bewegen. Sport, Kultur und Bildung muss weiter und mehr gefördert werden. Dieses muss in eine gemeinsame Vision von der Entwicklung Wildaus einfließen.

 

Insofern ist es mir sehr wichtig, die Stadtverordnetenversammlung wieder zu einem für alle Wildauerinnen und Wildauer vertrauenswürdiges Gremium zu führen. In der Vergangenheit ist davon vieles „den Bach hinuntergegangen“. Diskurs und Abwägung soll es weiterhin geben, aber in einer respektvollen und wertschätzenden Art und Weise des Miteinanders.

 

Weitere Themen in Wildau sind bekannt und rufen nach Lösungen, die mindestens mittel- bzw. langfristig zu lösen sind. Dazu gehören der Stichkanal, der Um- und Erweiterungsbau der Grundschule, die Situation der Kitas, das Bebauungsprojekt Dahme-Nord-Ufer und nicht zuletzt der Ausbau der Rad- und Fußwege.

Gemeinsam mit den Vorsitzenden der Fraktionen werde ich die Schwerpunkte für das kommende Jahr festlegen und einen Handlungsfahrplan entwickeln, der hoffentlich noch mit dem Haushalt für 2023 abgestimmt werden kann. Mir liegt besonders daran, eine Vision für Wildau abzustimmen, die Denkschmieden dafür anzukurbeln. Damit meine ich über die Stadtverwaltung hinaus den Austausch mit Unternehmern, Einrichtungen und Bürgern zu Problemstellungen zu führen.

Was denken sie überfolgende Themen?

Die mögliche, geplante Bebauung des Dahme-Nord-Ufer wird in Wildau sehr unterschiedlich bewertet. Eine Tatsache ist es, dass dieses Gebiet kein Erholungswald ist, sondern eine sehr stark kontaminierte Fläche. Niemand dürfte den jetzigen Bewuchs – ich spreche bewusst nicht von einem Wald – schadlos betreten. Zum Teil schimmert das Arsen rötlich auf dem Boden und ich habe Angst um Kinder und Menschen, die dort verbotenerweise auf Entdeckungstour gehen. Eine moderate, angemessene und defensive Bebauung könnte insofern zuträglich sein, so dass die Fläche wieder nutzbar wäre. Weitere Zugeständnisse an Wildau wären sicher mit einem Bauunternehmer verhandelbar. Ein sehr breiter Grünstreifen am Wasser, der die jetzige Situation in Teilen aufnimmt, könnte das viel gewünschte Grün am Wildauer Wasser weiter ermöglichen. Ein zukunftsfähiger Kompromiss ist denkbar und möglich.

Hier müssen alle Beteiligte, also die Schulleitung, die SchülerInnen und die Anlieger und Anliegerinnen einbezogen werden. Städtebaulich wird über einen besonderen Teil Wildaus, nämliche der oberen Mitte, entschieden. Wohnen, Einkaufen, Kleingewerbe und Schulbetrieb müssen sinnvoll miteinander verbunden werden. Heute müssen die Entscheidungen für morgen getroffen werden, inwieweit die Schule ausgebaut und perspektivisch sogar über einen zweiten Schulstandort nachgedacht werden muss.

Eine weitere Bahnunterführung vor allem für FußgängerInnen und RadfahrerInnen wäre gut. Fördermöglichkeiten und Investoren sollten hierfür mit eingebunden werden. Das Vorhaben hätte für den Rad- und Fußwegeausbau einen praktischen Stellenwert. Die Abstimmungen mit der Bahn sind allerdings nicht ganz einfach, eine finanzielle Beteiligung wurde zuletzt abgelehnt. Das Thema muss deshalb in der städtebaulichen Betrachtung weitergedacht werden. Grundsätzlich müssen die Schulwege sicherer und besser werden. Eltern sollen mit ruhigem Gewissen künftig ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule schicken können und diese nicht mehr so oft mit dem Auto chauffieren müssen.

Wildau liegt im sogenannten Speckgürtel von Berlin. In der Nachbarschaft vom BER, TESLA und dem schwindenden Braunkohleabbau in der Lausitz wird die Nachfrage nach Wohnraum weiter steigen. Mit den bereits vorhandenen Baugenehmigungen werden wir in der nächsten Zeit auf ca. 13-15 Tausend EinwohnerInnen zusteuern. Das bedeutet, dass neben dem A10-Center eine gute Nahversorgung geschaffen werden muss – über ALDI, Lidl und Rewe hinaus. Die Vereine müssen weiter unterstützt und kulturelle Bemühungen sollten gefördert werden. Ich finde das spannend und herausfordernd.

Obwohl es technische Einwände gab und gibt, halte ich es nicht für richtig, dass noch in der letzten Legislaturperiode bewilligte Fördermittel für die Sanierung ausgeschlagen wurden. Zusammen mit der Weiterentwicklung des Gebietes rund um die Bibliothek und ALDI wurden auch hier Ideen präsentiert und sogar von der vorherigen SVV zur Umsetzung beschlossen. Ich meine, dass hier der Faden wieder aufgenommen werden muss.

 

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